Beckenbodentraining, Körperhaltung & Atmung

Wie der Beckenboden mit Haltung und Atmung zusammenhängt

Warum ist der Beckenboden von der Körperhaltung abhängig?

Eine aufrechte Haltung beeinflußt die Funktion des Beckenbodens positiv und hält deren Haltebänder/Muskeln in idealer Spannung und Position.

 

Der Beckenboden sollte im Zusammenhang mit dem ganzen Körper betrachtet werden, denn er ist ein Teil eines gemeinsamen Funktionskreislaufes. Er steht in direkter Verbindung zum Bauch-, Rücken- (Gurtfunktion) und Hüftmuskulatur, die Beckenorgane sind über Bänder und Fazien im Körper verankert.

Was hat der Beckenboden mit dem Atemungsablauf zu tun?

Jeder Atemzug wirkt auf die Beckenbodenmuskulatur.

Bei jeder Einatmung senkt sich das Zwerchfell gegen die Organe nach unten. Diesem Impuls geht auch die Beckenbodenmuskulatur mit.

Bei der Ausatmung verläuft es umgekehrt, das Zwerchfell steigt wieder in Richtung Lungen und Herz rauf und zieht alles mit was unterhalb liegt, inkl. der Beckenboden-Muskulatur.

Dadurch erklärt sich, warum bei der Ausatmung die Reiskörner aufgehoben werden sollen. (Siehe Übung: Beckenbodentraining)


 

Die aufrechte Haltung und die Atmung sind gute Startübungen für ein erfolgreiches Beckenbodentraining!

Die Haltung sorgt für die richtige Position und Funktion des Beckenbodens und die Atmung für einen Bewegungsimpuls, der mit weiteren Beckenbodenübungen wirksam kombiniert werden kann.

Alltags-Beckenbodentraining: Den Rücken aufrichten und der Atmung im Bereich des Beckenbodens nachspüren. Diese kleine Aufgabe kann sofort und zu jeder Zeit in den Alltag integriert werden.

Eine weitere kleine Bebo-Übung ist beschrieben unter: Beckenbodentraining

 


Haltungs- Aufrichtungsübung: Den Kopf (Hinterkopf), mit einem geradeaus gerichteten Blick, zur Decke/Himmel strecken. Die darunterliegende Wirbelsäule soll dabei wie eine Perlenschnur dem Kopf hinterher folgend aufgerichtet werden und sich, ohne die natürlich geschwungende S-Form zu verlieren, strecken.

Ein kurzer Blick in den Garderobenspiegel bis sie keine Kontrolle mehr brauchen und es zur Gewohnheit geworden ist.

 

Tipp:

Zusätzlich ein Buch oder ein Reissäckchen beim Stehen, Gehen oder Sitzen, für Fortgeschrittene bei der Hausarbeit, auf dem Kopf ausbalancieren.

Mit dem Buch ist es etwas anspruchsvoller als mit dem Reissäckchen.


 

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Warum das Sofa kein Freund des Beckenbodens ist

Der Einzug des Sofas in´s  Wohnzimmer

Sofas zu besitzen war anfangs ein Privileg, das dem Adel vorbehalten war. Andere Gesellschaftsschichten mussten sich mit Bänken, Stühlen und Hockern begnügen – falls sie überhaupt Sitzmöbel besaßen.

Erst mit der Industrialisierung wurden Sofas für viele Menschen erschwinglich. Doch blieb es vorerst noch ein Luxusgut, welches zuerst in der Guten Stube seinen Platz fand, welche nur sonntags betreten wurde.

Zum Mittelpunkt des familiären Lebens wurde das Sofa erst im 20. Jahrhundert.

 


Wohnlandschaften erobern heute unsere Wohnungen

Heute sind Sofa, Sessel oder andere bequeme Sitzgelegenheiten bezahlbar und in keinem Haushalt mehr wegzudenken.

So sitzt oder liegt wahrscheinlich fast Jeder nach getaner Arbeit noch ein paar Stunden gemütlich auf dem Sofa.

Parallel zum Einzug von Sofas & Co und der immer längeren Verweildauer darauf, sowie der ständig steigenden Sitzplatz-Arbeitsplätze steigen die Rückenbeschwerden (natürlich gleichzeitig zu anderen rückenunfreundlichen Faktoren).


 

Das Sofa, ein Degenerationsmöbel?

Eine aufrecht sitzende Haltung läßt sich auf tiefen, weichen Sofas nicht leicht einnehmen und noch schwieriger dauerhaft erhalten, wie es auf ausreichend hohen Stühlen eher umsetzbar wäre.

Bei einer schlaffen Sofa-Haltung wird der Rücken rund, die Schultern sinken nach vorne,  die Atmungsorgange haben weniger Entfaltungsfreiheit. Die Bandscheiben werden ungleichmäßig gleichmäßig belastet. Die Bauch- und Rückenmuskulatur baut keine Haltespannung auf, ebenso nicht der Bebo.

 

Beckenboden und Bequemmöbel

Durch eine schlaffe runde Bequemmöbel-Haltung wird vermehrt auf dem Kreuzbein und nicht auf den Sitzbeinhöckern gesessen, dadurch verliert der Beckenboden an Haltespannung. Der Bebo wird schwächer, der Körper versucht dieses durch eine Überkompensation eine zeitlang auszugleichen. Doch überfordert es ihn irgendwann, wodurch es am Ende der Kette zu Inkontinenz und Senkungen kommen kann.

 

Verbesserte Gesundheit ohne Sofa & Co?

Wie würde unsere Rückenbeschwerdenstatistik und Beckenbodenbeschwerden aussehen, wenn wir zumindest in unserer Freizeit nicht so viel Zeit auf Bequemmöbeln, Autositzen u. a. verbringen würden. Wenn wir stattdessen wieder mehr Bewegung hätten oder aufrecht auf Stühlen Platz nehmen würde oder im Schneidersitz auf Bodenkissen sitzen?

Sind unsere Bequemmöbel Degenerationsmöbel? Wäre ansonsten der Rücken wieder aufrechter, die Muskulatur gedehnter, die Atmung befreiter, die Schulter gerader, der Bebo haltgebender?

 

Wie sieht die Rücken- und Beckenbodensituation in den zivilisierten westlichen Ländern im Vergleich zu den Ländern aus, in denen die Bequemmöbel noch nicht die breite Bevölkerungsschicht erreicht haben? In Ländern, in denen traditionell z. B. auf dem Boden Platz genommen wird?